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LOUPE
 
"Wir überraschen uns oft selbst"
Loupe
"Ich habe die Zukunft des Indierock gesehen und ihr Name ist Loupe" - das wird sich sicher der ein oder andere Zuschauer gedacht haben, der das umwerfende Newcomer-Quartett aus Amsterdam diesen Sommer auf deutschen Festival-Bühnen erleben durfte. Julia Korthouwer (Gesang), Lana Kooper (Bass), Annemarie van den Born (Schlagzeug) und Jasmine van der Waals (Gitarre) begeistern mit packenden Songs, die charmant und catchy, aber deshalb noch lange nicht simpel sind, einem Sound, der viele Genres streift und sich trotzdem gängigen Schubladen durch unerwartete Drehungen und Wendungen immer wieder geschickt entzieht, und agieren dabei wunderbar echt und unverfälscht trotz individuellem Aussehen, Temperament und Stil als beeindruckend enge Einheit, in der die Chemie sichtbar stimmt. Jetzt veröffentlichen Loupe mit dem famosen "Leave Me There" endlich ihre langersehnte erste Single, Mitte November folgt dann das EP-Debüt "Older" mit vier Songs im Spannungsfeld von Dream-Pop, Psychedelic-Rock und New Wave. Aufgenommen wurden die Songs in einem einzigen Take während einer Session, die auch gefilmt wurde, doch das ist nicht der einzige Grund, warum Loupe un-, nein, außergewöhnlich sind.
Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht: Ganz aus dem Nichts aufgetaucht sind Loupe nicht. Lana, Annemarie und Jasmine haben zuvor schon in der Band Dakota zusammen gespielt, doch als deren Sängerin Lisa Brammer aus persönlichen Gründen das Handtuch warf, standen die drei plötzlich ohne Frontfrau da. Von Dauer war die Trennung allerdings nicht. "Nach etwa einem Jahr stellten wir fest, wie sehr wir es vermissen, zusammen zu spielen", erinnert sich Annemarie beim Gaesteliste-Interview am Rande des Loupe-Auftritts in der Konzertreihe "Fem Pop" in Düsseldorf. "Wir haben uns dann zu dritt getroffen und einfach ein paar Coverversionen gespielt. Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir auf die Idee kamen, wieder eine Band zu gründen. Es war aber klar, dass das etwas Neues sein sollte: Neue Band, neuer Name, neue Songs, neue Sängerin."

Wie glücklich Loupe über diesen Neuanfang sind, kann man stets sehen und spüren. In Zeiten, in denen viele Künstler das Musikmachen als Selbstverständlichkeit zu betrachten scheinen, ist bei den Konzerten der vier Musikerinnen die Freude am eigenen Tun förmlich greifbar, und auch beim Interview werfen sie sich mit der gleichen Lockerheit die Bälle zu, mit der sie auch auf der Bühne agieren.

Julia (lachend): Wir täuschen die Freude nur vor, das ist alles einstudiert!

Lana (auch lachend): Ja, eigentlich hassen wir uns!

Julia: Im Ernst, wir sind uns dessen gar nicht richtig bewusst.

Annemarie: Ja, wir machen das nicht mit Absicht. Es ist eher so, dass ich selbst überrascht bin, wenn ein Drumfill mal anders ist, oder wir lachen, wenn jemand mal einen falschen Ton spielt…

Lana: Ja, das passiert vor allem in den Momenten, wenn wir etwas vermasseln!

Julia (lachend): Genau, wir lachen so viel, weil wir uns ständig verspielen!

Tatsächlich sind Loupe allein deshalb etwas Besonderes, weil die vier eine echte Band bilden, in der alle einen gleich wichtigen Beitrag leisten. "Wir brauchen einander, denn es wäre wirklich harte Arbeit, das alles allein zu stemmen. Wenn jemand in einer Band alles allein macht, ist das oft ein Kampf, weil die anderen Bandmitglieder nicht bei der Sache sind", ist Annemarie überzeugt, und Lana ergänzt: "Wir teilen uns nicht nur musikalisch die Aufgaben. In der Hinsicht sind wir tatsächlich alle gleich eingebunden, und ich denke auch, dass das etwas Besonderes ist. Manchmal macht es das natürlich auch kompliziert, weil wir alle in sämtlichen Dingen ein Mitspracherecht haben. Das Schöne daran ist allerdings, dass wir auf diese Weise wirklich alle vier voll bei der Sache sind und das Ganze wirklich gemeinsam angehen."

Das gilt auch für das Songwriting. "Wie schreiben die Songs zusammen", verrät Jasmine. "Oft haben sie ihren Ursprung in einem Schlagzeug-und-Bass-Groove und dann kommen die Gitarren- und Gesangsmelodien dazu. Weil wir alle unterschiedliche Vorlieben und Einflüsse haben, führt das dazu, dass in den Songs auch verschiedene Elemente auftauchen." - "Oft überraschen wir uns selbst", ergänzt Lana. "Wir fangen mit etwas an und dann fügt Jasmine ihre Gitarre hinzu und wir denken: 'Oh, das ist ganz und gar nicht das, was wir erwartet haben! Das ist richtig cool!' Manchmal ist es auch so, dass Julia mit einer Melodie und Akkorden ankommt und wir das Ganze dann verhunzen." Sie muss lachen, doch die Songs, die dabei entstehen, sind cool, intensiv, dynamisch - und betont abwechslungsreich.
Julias Texte sind derweil mitten aus dem Alltag gegriffen, drehen sich allerdings vor allem um die melancholischen Momente des Lebens. Warum das so ist, weiß sie selbst nicht so genau. "Vielleicht liegt es daran, dass ich oft aufgebracht und zornig bin und dann darüber schreibe", versucht sie sich lachend an einer Erklärung. "Es gibt aber auch positive Momente und es steckt auch immer etwas Hoffnung in den Texten. Zumindest ziele ich darauf ab. Ich versuche, Gefühle in Worte zu übertragen. Ich fange an, eine Melodie zu singen, und plötzlich beginnen die Worte zu fließen und formen sich zu einer Geschichte." Der Abstand zwischen dem Menschen Julia und der Texterin Julia ist dabei oft nicht sehr groß. "Alles, was ich schreibe, ist wahr, ich bausche lediglich die Details etwas auf", gesteht sie. Dabei setzt sie oft auf unmittelbae Direktheit. "Wenn du etwas sagst wie: 'I love you so never let go' klingt das erst mal lächerlich, aber tatsächlich ist das etwas, das alle kennen. Wenn dieses Gefühl wirklich echt ist, dann stellt sie die Frage: Wie schaffe ich es, dass diese Worte jemandem nahegehen? Genau das versuche ich mit meinen Texten zu erreichen."

Das gilt auch für die nun erscheinende Single. "'Leave Me There' handelt, wie auch der Rest der EP, vor allem von dem Gefühl, inmitten des geschäftigen Treibens der Straßen der Stadt stillzustehen und darüber zu sinnieren, wie sehr du dort rauskommen möchtest Das Lied handelt von dem Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden", erklärt Julia. "Eigentlich wünscht man sich, dass das Chaos um einen herum eine Pause macht, aber gleichzeitig merkt man, dass es dieses Chaos ist, das einen am Laufen hält." "Leave Me There" ist nicht nur der erste Song, den Loupe veröffentlichen, er war auch chronologisch gesehen der erste, der für die neue Band entstand, doch das ist noch nicht alles. "Das Lied ist der Grund, warum wir mit Julia zusammenarbeiten", verrät Lana. "Wir haben den Song zu dritt als Instrumental geschrieben, weil wir noch keine Sängerin hatten. Dann haben wir das Lied auf Instagram und Facebook geteilt und um Ideen für Gesangsmelodien gebeten. Einige Leute haben sich daraufhin bei uns gemeldet, darunter auch Julia, und was sie aus dem Lied gemacht hat, war einfach unglaublich. Wir haben nichts mehr daran verändert, glaube ich!"

Bleibt zum Schluss noch die Frage, was Loupe derzeit besonders glücklich macht. "Für mich sind es die wenigen Live-Konzerte, die wir derzeit spielen können, und ganz besonders, wenn man den Leuten im Publikum anmerkt, dass es ihnen gefällt", sagt Jasmine, während es für Julia die mehrfach verschobene Veröffentlichung der ersten Single ist, oder wie sie es abschließend ausdrückt: "Ich freue mich über die Veröffentlichung, denn ich möchte, dass Loupe endlich richtig existieren!"

Video: "Leave Me There"
Weitere Infos:
www.thisisloupe.com
www.facebook.com/thisisloupe
www.instagram.com/thisisloupe
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Lisa Brammer-
Loupe
Aktueller Tonträger:
Leave Me There (Single)
(Sinnbus)
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