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Interview-Archiv

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MALA OREEN
 
Zwischen Eigenleben und Kreativität
Mala Oreen
Man könnte davon ausgehen, dass die schweizer Songwriterin (und klassisch ausgebildete Geigerin) Mala Oreen ein bewegtes Leben hinter sich hat, denn obwohl ihr nun vorliegendes, von Nelson Hubbard in Nashville produziertes Album "Awake" erst ihr zweites Solo-Album ist, hat sie doch bereits eine interessante musikalische Laufbahn vorzuweisen: Zwischen 2009 und 2018 spielte sie mit ihrer eigenen "Celtic Americana" Band Mala & Fyrmoon und veröffentlichte bereits 2011 ein erstes Solo Album namens "Simply A Lotus" und 2014 ein Band-Album "On The Run". Mit "Awake" setzte sie sich dann aber auf der Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksformen von dem bis dahin Erreichten ab und begab sich für die Aufnahmen in ihre "zweite Heimat" USA, wo sie zuvor auch bereits die Songs für "Awake" geschrieben hatte.
"Oh, ich habe schon als Kind begonnen, klassische Geige zu spielen", erinnert sich Mala, "ich habe früher mehr so in Chören gesungen und im Orchester gespielt. Ich habe dann mit einer Country-Cover-Band angefangen - da war ich aber schon über 20. Mit 25 habe ich dann angefangen, eigene Songs zu schreiben. Mit der nächsten Band haben wir dann auch eigene Songs reingenommen und als ich angefangen habe, mit Mala & FyrMoon zu spielen, war klar, dass es nur eigene Songs geben sollte. Ich wollte dann aber zuerst ein Solo-Album machen, bei dem die anderen nicht beteiligt waren. Mein Bruder hat sich dann ein Home-Office eingerichtet und mit mir gearbeitet." "Awake" wurde ja von dem renommierten Produzenten Nelson Hubbard mit lokalen Studio-Musikern in Nashville produziert und eingespielt. Wie hat sich das denn auf den Sound ausgewirkt, denn das Album ist ja nicht als klassisches Country-Album konzipiert? "Es war eigentlich nicht Nashville mein Ziel - sondern mit Nelson Hubbard zu arbeiten", berichtet Mala, "ich bin darauf gekommen, weil ich das Album 'The Penny Collector' von Carry Elkin gehört habe, das Nelson produziert hat und mir der Sound gefallen hatte. Ich habe Nelson dann kontaktiert und er hatte dann auch Zeit - es ist aber nicht so, dass ich nach einem Nashville-Sound gesucht habe. Ich habe dann mit Nelson telefoniert, ihm meine Songs und solche, die mich inspiriert haben, gegeben und ihm gesagt, welche Instrumente ich gerne auf dem Album haben möchte. Nelson hat dann die Musiker aus seine Netzwerk organisiert und seine eigenen prägenden Vorstellungen eingebracht."

Mala sagte ja, dass sie Nelson Hubbard Songs als Referenz geschickt hatte, die sie selbst inspirierten. Von welchen Songwritern stammen denn diese bzw. welche Kollegen mögen wohl Mala inspiriert haben, selber Songwriterin werden zu wollen? "Das sind sehr viele", zögert sie, "von früher sind das mehr so Leute aus der Country-Szene wie Dolly Parton. Wer mich aber sehr stark inspiriert hat, ist Darrell Scott. Das ist ein unglaublicher Songwriter, Sänger und Instrumentalist. Der spielt alles. Was ich auch als Inspiration betrachte ist Jewel (Kilcher). Und in letzter Zeit viele Songwriter aus dem Americana und Songwriter-Bereich - wie z.B. auch Carry Elkin." Wirklich interessant ist dabei, dass sich Mala eher an Zeitgenossen zu orientieren scheint, als an den legendären Altvorderen. Das bringt uns dann zu der Frage, wie sie in dem ja nun wirklich gut bestellten Americana-Umfeld ihre Identität als Musikerin gefunden hat? Denn die besagten Zeitgenossen müssen sich ja über das musikalische Umfeld, in dem sie sich bewegen, überhaupt keine Gedanken machen. Mala hingegen schon. "Hm", überlegt sie, "ich glaube, ich habe schon nach einer Identität gesucht - aber ich arbeite halt schon sehr intuitiv. Ich habe ja vorher mit dem Trio FryMoon gespielt und das hat auch Spaß gemacht, aber ich habe gefühlt, dass das nicht mehr so ganz genau passte. Deswegen hatte ich mir eine Auszeit in Austin genommen, in der ich dann die Songs vor Ort schreiben wollte - auch weil ich wusste, dass da ganz viele Songschreiber sind, die genauso denken. Ich wollte diesen Vibe spüren und ein bisschen mehr herausfinden, was ich will. Ich habe auch mit diesem Buch 'Der Weg des Künstlers' gearbeitet, um diese innere Verbindung zur Kreativität zu beleben und von dort aus zu spüren, was ich mit den neuen Songs machen wollte."
Mala Oreen
Dieser Prozess führte dann dazu, dass es Mala sehr gut gelang, die Themen ihrer Songs in aussagekräftigen titel-gebenden Begriffen zusammenzufassen: "Offspring" handelt davon, dass Songs so etwas wie "Nachwuchs" sind, der demzufolge entsprechend aufgezogen werden will, "Threshold" beschreibt die Schwelle, die es zu überschreiten gilt, wenn man im Leben aktiv weiterkommen möchte und der Titeltrack "Awake" mahnt, aufzuwachen, um sich von gewohnten Verhaltensmustern zu lösen, die die eigene Entwicklung auszubremsen drohen und sich mit einer gewissen Offenheit der Welt zu stellen. Vermutlich hat aber auch Mala kein Rezept für das Schreiben von Songs, oder? "Nein - das ist recht unterschiedlich", gesteht Mala, "es gibt zwar Songs, von denen ich zuerst den Titel habe und dann weiß, dass ich einen Song schreiben möchte, der so heißt - das ist aber eher selten. Eher habe ich so ein Grund-Thema. Vielfach ist es aber auch umgekehrt - so dass ich eine Zeile im Kopf habe und dann fange ich an zu dichten. Manchmal kommt die Melodie gleich mit dazu und dann passiert etwas. Es kann auch sein, dass ich am Anfang gar nicht weiß, wovon der Song handelt. Ich habe dann eine Zeile im Kopf, die mir gefällt, von der ich aber gar nicht weiß, ob diese irgendwohin führt, ob sie nur Teil eines Ganzen ist oder gar das Thema darstellt." Na ja - deswegen sagen ja auch viele von Malas Kollegen, dass Musik ein gewisses Eigenleben entwickeln kann. "Ja, genau - in meinem Song 'Offspring' geht es ein wenig um dieses Eigenleben", pflichtet Mala bei, "irgendwie ist die Kreativität ein Teil von mir und irgendwie bin ich auch getrennt davon und ich weiß nicht so recht, wo es hingeht." Eine philosophische Note ist Mala auf diese Weise ja schon mal garantiert. Gibt es aber auch spirituelle Elemente in ihren Songs? "Ja, schon auch", lacht Mala, "die Spiritualität ist schon etwas, was mich begleitet und als Entwicklungsprozess zu mir gehört. Ich würde es jetzt nicht als spirituelles Album bezeichnen - oder wenn vielleicht doch, dann möchte ich nicht in eine esoterische Ecke gedrängt werden."
Was zeichnet einen guten Song für Mala aus? "Da gibt es auch unterschiedliche Kriterien. Ein Song kann für mich gut sein, weil die Lyrics einfach so toll sind und die Melodie gut dazu passt. Es kann aber auch die Interpretation sein. Es gibt Songs, die finde ich vom Text her nicht so besonders anspruchsvoll und trotzdem finde ich den Song toll interpretiert und mag dessen Ausstrahlungskraft oder die Art, wie er interpretiert wird. Ich selbst glaube schon, dass ich tendenziell mehr vom Text ausgehe, aber die Melodie muss schon auch stimmen. Mit der Melodie habe ich vielleicht einen einfacheren Zugang zu meine Songs, denn an den Texten muss ich viel mehr arbeiten. Das mag von meiner Herkunft aus der klassischen Musik herrühren, wo ja auch immer alles melodisch ist." Wie stellt sich Mala Oreen die musikalische Zukunft vor? "Ja, ich habe schon so Wunschvorstellungen", lacht Mala, "das sind mehr so Ideen und Wünsche und im Allgemeinen lasse ich schon die Sachen eher auf mich zukommen. Was ich aber wirklich gerne ein Mal machen würde, wäre ein Orchester-Projekt in der Art, dass ich meine Songs mit einem Orchester spielen will - wobei ich natürlich nicht weiß, ob das überhaupt möglich wäre. Ansonsten ist ein Ziel von mir, dass ich mehr mit anderen Leuten schreibe - das finde ich extrem inspirierend und lehrreich.
Weitere Infos:
malamusic.ch
www.facebook.com/MalaOreen
www.instagram.com/malaoreen
twitter.com/malaoreen
www.youtube.com/watch?v=TQN4BLHrNcY
www.youtube.com/watch?v=It2fsQ5-qtE
www.youtube.com/watch?v=lycZDDC8c9E
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Andrea Ebener-
Mala Oreen
Aktueller Tonträger:
Awake
(Tourbo/MotherWest)
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