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TAHITI 80
 
Französische Puzzle-Teile
Tahiti 80
Die Frankreichwelle schwappt langsam aber sicher und vor allem unüberhörbar nach Deutschland über. Längst gelten Bands wie Air oder Daft Punk als Vorreiter eines neuen französischen Musikgefühls. Vorbei sind die Zeiten eigenwilliger, "französischer" Produktionen. Und vorbei sind die Zeiten, in denen Musik aus Frankreich international gar nicht erst beachtet wurde. Vielmehr gelten die Franzosen gerade auf dem Gebiet innovativer Musik mittlerweile als Vorreiter.
Inmitten dieses Trends bewegt sich eine Band, die bezeichnenderweise lange Zeit ebenfalls nicht beachtet wurde: Tahiti 80. Auch wenn der Name dies vorerst vermuten läßt, handelt es sich hierbei keinesfalls um eine Horde Hula-Hula tanzender Hawaiianer, die mit Blumen um den Hals, zu Liedern von Wham oder den Pet Shop Boys Ananasstückchen besingen. Vielmehr steht hinter dem Namen eine Band, die ihr Debüt "Puzzle" bereits 1999 auf den Markt brachte und damit überwältigende Erfolge in Japan und den Benelux-Ländern feierte.

Stilistisch lassen sich Tahiti 80 nicht leicht in eine Ecke rücken, doch die Verehrung für die Sechziger läßt sich nicht nur in den Texten wiederfinden. "Nehmen wir einmal die Beatles. Wenn du Popmusik machst, sind die Beatles für dich wie Götter. Das frustrierende daran ist nur, daß du, egal was du machst, nie so gut sein wirst wie sie es waren", meint Sänger Xavier Boyer. Dabei geht es Tahiti 80 allerdings weniger um irgendeine Retrobewegung, als vielmehr um eine Interpretation von 40 Jahren Popgeschichte. So entpuppt sich die Single "Heartbeat" als ein zeitgenössischer Popsong mit durchaus klassischen Grundstrukturen. "Wir machen Musik für Leute, die gerne unter der Dusche singen", lautet die vergleichbar einfache musikalische Zielsetzung des Quartetts. "Wir schränken unser Zielpublikum nicht ein, sondern sagen vielmehr: Hier ist unser Werk, macht damit, was immer ihr wollt". Demzufolge präsentiert sich "Puzzle" eingängig und voller Witz und Charme. Originelle Texte leisten ein übriges. So wie beispielsweise die Zeilen von "Hey Joe", in denen Sänger Xavier Boyer einen mittlerweile alternden Musiker aus den 60s und 70s besingt: "Die Geschichte zu 'Hey Joe' begann mit der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für meinen Bruder, als ich plötzlich diese Platte von Joe Dolan in der Hand hielt. Sie kostete zwei Francs, und auf dem Cover war diese unglaublich komische Person, mit roten Haaren und einem gepolsterten Jackett. Ich schenkte sie meinem Bruder und der ließ sie auf seiner Party rauf und runter laufen. Damals beschlossen wir, eine 'Joe Dolan'-Sammlung zu eröffnen und sammeln seither alles, was wir irgendwie bekommen können. Bei 'Hey Joe' frage ich mich, was mit dieser Person seither geschehen ist und was er wohl heute macht."

Tahiti 80
Produziert wurde ihr Album von Andy Chase in New York, während es in Malmö von Tore Johannson gemischt wurde. "Andy Chase ist einer der großartigsten Produzenten, die es momentan gibt und außerdem ein Ausnahmemusiker. Deshalb hat er auch spontan bei zwei unserer Songs die Keyboards eingespielt. Tore Johannson haben wir uns ausgesucht, weil uns das, was er mit den Cardigans gemacht hat, äußerst gut gefallen hat und wir uns gesagt haben: Hey, so wollen wir auch klingen!" begründet Sänger Boyer die Wahl. Frankreich, die Vereinigten Staaten und Schweden, es ist wohl kaum zu leugnen, daß das Album durchaus von internationalem Flair geprägt ist. So läßt sich wohl auch der Erfolg vor allem außerhalb der Landesgrenzen erklären, während es in Frankreich anfangs nicht so gut lief. "Wir stießen damals auf viel Skepsis in Frankreich", erklärt Boyer, "wir waren Franzosen und machten entgegen den damaligen Gepflogenheiten englischsprachige Musik. Viele glaubten damals, daß nur die Briten gute englischsprachige Musik machen können". Doch als sich der internationale Erfolg abzeichnete, wurde Tahiti 80 plötzlich auch in Frankreich akzeptiert. Mit den internationalen Auszeichnungen, wie beispielsweise den 'Best Artist of The Year'-Award der japanischen Plattenindustrie, wurde man auch in Frankreich auf uns aufmerksam und zollte uns den notwendigen Respekt."

Ab September wird "Puzzle" dann endlich auch in Deutschland zu haben sein und nicht nur wegen des allgemeinen Trends für einigen Aufruhr sorgen. Doch woher kommt nun eigentlich der Bandname? "Als ich noch jünger war, brachte mir mein Vater ein T-Shirt mit diesem Aufdruck aus dem Urlaub mit! Ich hasste das Teil, doch irgendwann erinnerte ich mich daran und wir fanden den Namen alle sofort cool." Aha!

Weitere Infos:
www.tahiti-80.cjb.net
Interview: -Joachim Müller-
Fotos: -Pressefreigaben-
Tahiti 80
Aktueller Tonträger:
Puzzle
(Virgin)
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