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NORTH OF AMERICA
 
Richtung Rock
North Of America
Mit dem nunmehr vierten Album "This Is Dance Floor Numerology" sollte es den Kanadiern von North Of America endlich gelingen, ihren Geheimtipstatus hinter sich zu lassen. Um es vorweg zu nehmen, die Platte ist ein großer Wurf und beschreitet konsequent den Weg, der sich auf der letzten EP "The Sepultura" schon abzeichnete. In Kanada chartete die Platte just auf Platz vier der National College Charts und das, obwohl die Parole wohl lautete: Less Pavement more Rock! Klangen North of America früher doch noch etwas nach Malkmus & Co. mit einer Prise Polvo, so haben sie spätestens mit dieser Scheibe ihre Vorbilder zurückgelassen und sich selbst gefunden. Im September werden die vier auch in Deutschland auf Tour sein und es ist nicht zu viel versprochen, eine Rock-Show erster Sahne anzukündigen. Hingehen ist hier Pflicht.
Mark Colavecchia und Mark Mullane zeigten sich im Gästeliste-Interview begeistert, endlich wieder in Europa spielen zu können. Mark C. bekennt, daß es Spaß mache in Deutschland zu spielen. "Auf unserer letzten Europa-Tour zum 'These Songs Are Cursed'-Album kannten uns die Leute seltsamerweise, was uns sehr erstaunte." "Unsere hiesige Plattenfirma Rewika hatte wohl hervorragende Promotionarbeit geleistet", fügt Mark M. an. Ansonsten sei es für eine kanadische Band jedenfalls leichter, in Europa zu spielen als beispielsweise in den USA, wo das Publikum kaum noch zu begeistern sei. Außerdem, merkt Mark C. an, kümmern sich die Clubs in Deutschland wesentlich besser um die Bands. Jedenfalls in Sachen Plakatierung und Catering!
North Of America
Da die neue Platte bedeutend rockiger geworden ist, stellt sich natürlich die Frage nach der Relevanz der alten Vorbilder. Nachwievor kann man Superchunk, Polvo oder frühe Pavement heraushören, aber offensichtlich gibt es auch neue Einflüsse. "Natürlich", sagt Mark C., "waren wir alle ziemlich begeistert von diesen Gruppen, als wir North Of America gründeten und wir finden sie auch heute noch gut. Aber natürlich kommen neue Bands hinzu, von denen in Europa einige ziemlich unbekannt sein dürften, so z.B. The Rapture oder Q And Not U. Aber auch Mogwai, Joan Of Arc oder Modest Mouse sind so ein gemeinsamer Nenner zwischen uns." Und diese gemeinsamen Vorlieben brauchen die vier Jungs auch, denn North Of America sind in vielerlei Hinsicht eine besondere Band. Live kann man fasziniert beobachten, daß sie bei jedem Song die Instrumente tauschen, auch die Gesangsparts wechseln und die Frage drängt sich geradezu auf, ob da ein bestimmtes Konzept dahinter steckt. Mark C. verneint die Frage. Es gebe kein Konzept, sie wollten so lediglich Langeweile vermeiden und zwischenzeitlich hat sich wohl auch die Band hin zu so einer Art Organismus entwickelt. Musikalisch zumindest, denn Texte werden von jedem Bandmitglied einzeln beigesteuert und sind dementsprechend persönlich. Klar ist jedenfalls, daß hier kein begnadeter Songwriter mit Backing-Band am Werk ist, sondern vier Musikerpersönlichkeiten, die gemeinsam eine Band haben. North Of America als musikalisches Kollektiv sozusagen und so etwas ist schon reichlich selten. Überhaupt scheint bei den Vieren einiges anders zu laufen. Sind vergleichbare Bands auf ihrem Debüt noch eher roh und ungeschliffen und entwickeln sich dann Richtung Pop, so scheint das in diesem Fall genau umgekehrt zu sein. Im Vergleich zum aktuellen Longplayer muß man North Of America's zwei Erstlinge fast schon als Pop-Platten bezeichnen, während "This Is Dance Floor Numerology" sich nun nahtlos an "The Sepultura" anfügt. Ungewöhnlich jedenfalls, wenn man bedenkt, daß kommerzieller Erfolg dadurch nicht erleichtert wird. Das kann also kaum der Grund sein Musik zu machen. "Wir wollen Spaß haben, mit guten Bands touren, die Welt sehen und uns einfach auf angenehme Weise die Zeit vertreiben", merkt Mark M. an und Mark C. fügt noch hinzu, daß die Platte in Kanada immerhin auf Platz vier der College-Charts gelandet ist, womit sie selbst nicht gerechnet hatten. Soviel zum Thema Kommerzialität.

Bleibt noch die Frage nach den seltsamen Plattentiteln. Zuerst verwirren sie den Hörer auf "The Sepultura" mit Heavy Metal-Verweisen, doch auch "This Is Dancefloor Numerology" ist nicht weniger kryptisch. Zu ernst sollte man das Ganze jedoch nicht nehmen. "Es ist einfach ein Satz aus einem der Songs, auf den wir uns einigen konnten", sagt Mark M. und merkt an, daß er den Titel immer noch nicht mag. Aber sein Vorschlag "Blazing Guitar Licks 2001" fand leider keine Mehrheit. Doch North Of America machen sicher wieder mal eine Platte und da ist es schon beruhigend, bereits einen potentiellen Albumtitel fertig zu haben. Lassen wir uns überraschen!

Interview: -Carsten Wilhelm-
Fotos: -Pressefreigaben-
North Of America
Aktueller Tonträger:
This Is Dance Floor Numerology
(Rewika/Cargo)

 
 

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