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AMY ANTIN
Amy Antin
In ihrer Wahl-Heimat Köln ist die Amerikanerin Amy Antin so etwas wie die gute Seele der gesamten Songwriter-orientierten Szene. Ständig organisiert sie Konzerte und Showcases und fördert den Nachwuchs und Kollegen gleichermaßen. Da sie daneben als Malerin tätig ist, bleibt da nicht so viel Zeit für eigene Alben. Jetzt erscheint - ziemlich unerwartet aber nicht unerklärlich - mit "Just For The Record" eine Art Vocal-Jazz-Album, auf dem sich einige von Amys Songs in relaxter, akustischer Umgebung wieder finden.

"Es ist aber kein klassisches Jazz-Album", schränkt Amy gleich ein, "deswegen hab es auch keine Notwendigkeit für klassische Sound-Konstellationen. So gibt es auf dem Album keine Gitarre - und die Gitarre ist normalerweise mein Haupt-Instrument, auf dem ich alle Stücke schreibe - sondern nur das Trio mit Pianist Steve Klink und dann mich selbst." Das heißt also, dass es hier sozusagen, die reine Amy Antin zu hören gibt? "Wenn die Emotionen so intensiv, persönlich und rein sind wie hier, dann ist weniger tatsächlich mehr", räumt Amy ein. Fans werden sich freuen, da sie hier einige Songs, die Amy schon länger im Repertoire hat, auf Tonträger wieder finden. Somit ist diese Scheibe also auch eine Art Bestandsaufnahme ("record" hat ja im Englischen so einige Bedeutungen). "Ja, die Scheibe ist natürlich ein Aufnahme - nicht nur im Sinne einer LP, sondern auch im Sinne einer Bestandsaufnahme, eines Eintrages, einer Chronik, eines Zeugnisses einer bestimmten Periode, in der sie entstand. Wie alle Songs übrigens selber auch. Und letztlich ist es auch eine Dokumentation des Prozesses - Lied für Lied, vom Herzensbrecher bis zu einem Zustand relativen Friedens".


1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Ich denke, "gute" Musik ist einfach Musik, die den Hörer zu Freude oder Tränen anregt, zum Tanzen oder zum Nachdenken. Und dann sollte da natürlich etwas sein, das im Ohr oder im Herzen hängen bleibt - aber das ist subjektiv. Ich bin kein Experte und viel zu parteiisch um sagen zu können, was gut oder schlecht ist. Und weil ich Musik selber mache, versuche ich gar nicht, diese zu beurteilen.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Oh - das waren einige. Wenn ich mir Songs wie "Lonely Business" oder "Wake Me, When It's Over" anhöre, würde ich sagen, dass diese von Dorothy Parkers Gedichten oder Stories inspiriert sind - oder dem Song "I Must Have That Man" von Billie Holiday. Ich liebe diese Art von Texten. Dann würde ich sagen, dass sich etwas von Stephen Foster in "Safe & Sound" widerspiegelt. "Blessing In Disguise" ist eine Art destillierter Version von 60s Motown-Sounds. "Postcard" und "Vulnerability" hat ein wenig von Chico Buarque aus Brasilien. Aber "Just For The Record", "Frankie's Back", "Friday Night", "I Can't Lie" und "Love" sind nur von mir, denke ich.

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Wenn du sagst, dass es schön ist, dann könnte das stimmen - und ich denke, das wäre Grund genug.

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Ein sehr großes, luxuriöses Tuch aus schwarzem Samt, das ich viele Jahre lang als Tagesdecke verwendete. Mit dem Rest habe ich meine Miete bezahlt.

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Eines Tages im Sommer-Camp, als ich 14 war, spielte ein Mädchen namens Joy auf der Gitarre einen Song namens "Michael From Mountains". "Wer hat das geschrieben?", fragte ich. "Joni Mitchell", antwortete sie. "Dann möchte ich Joni Mitchell werden", sagte ich.

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Ich lebe meinen Traum - habe aber durchaus noch andere. Sowohl als Musikerin wie als Malerin.

7. Was war deine größte Niederlage?

Ich scheine jemand zu sein, der eine Niederlage ziemlich schnell wieder in einen Erfolg verwandeln kann. Wenn etwas nicht funktioniert, dann war das sowieso nicht meine Schuld.

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Dass ich Songs schreiben und aufnehmen kann, diese auf Konzerten aufführen kann, dass ich malen und ausstellen kann. Kunst zu erschaffen macht mich glücklich.

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Lieder sind wie Leute und jedes einzelne hat seinen eigenen, speziellen Wert. Allerdings muss ich einräumen, dass ich mich bei "You Are The Sunshine Of My Life" schon ein wenig unwohl fühle - und ich weiß gar nicht mal warum. Davon mal abgesehen liebe ich Stevie - echt!

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Joni Mitchell wäre immer willkommen und Jacques Brel wäre sicherlich spaßig. Jesus, Meine Schwestern. Und jeder andere, den ich liebe. Ihr wisst, wer ihr seid...

Weitere Infos:
www.amyantin.de
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Amy Antin
Aktueller Tonträger:
Just For The Record
(Meyer/Rough Trade)




Amy Antin

 
 

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