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NIILA
Niila
Niila haben mit "Abheutesindwirnichtmehralleine" nicht nur ein ziemlich starkes Album gemacht, das wir in unserer Rezension zwischen die Hamburger Schule und frühamerikanischen Indierock gesteckt haben. Sie spielen hin und wieder Konzerte und geben uns auch damit einen guten Grund, ihnen zehn Fragen zu stellen und gleichzeitig über Bücher zu sprechen. Schließlich haben sie sich nach einer Figur aus dem Buch "Populärmusik aus Vittula" benannt. "Das Buch ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und über die Liebe. Und über Musik. Nicht wenige Bücher machen aus solch einem Stoff einen lauwarmen Teenieroman. Nicht aber Mikael Niemi. Und gerade die tragische Person Niila hatte mich so begeistert, dass ich seinen Namen gern als Bandnamen tragen wollte", sagt Daniel Hirschligau, verantwortlich für Gesang und Gitarre bei Niila. Seine Kollegen: Simon Geuchen (Keyboards, Gitarre, Gesang), Kati Hollstein (Bass, Gesang) und Michael Schellhammer (Schlagzeug). Der antwortet auf die Frage, was ein gutes Buch haben muss bzw. was wichtiger ist: Geschichte oder Schreibstil. "Beides muss zusammen passen. Durch einen besonderen Schreibstil kann man den Leser aber mehr beeindrucken und erreichen als durch die Geschichte, die ja doch nur bereits Bekanntes neu vermischt. Ich lege ein schlechtes Buch weg genauso wie ich einen Song ausschalte, der mir nicht gefällt." Genau wie Kati: "Das passiert zwar irgendwie ungern, aber sich selbst vorzumachen, man hätte Freude am Lesen, bringt auch nichts."

Klar, die Frage nach den ultimativen Lieblingsbüchern muss auch gestellt werden. Daniel: "Ich befasse mich zurzeit mit dem Pyschoanalytiker und Theologen Eugen Drewermann. Mein Buchtipp hier: 'Wozu Religion?- Sinnfindung in Zeiten der Gier nach Macht und Geld'." Simon: "Daniels Drewermann-Tipp ist schon ausgezeichnet. Ansonsten natürlich poststrukturalistische Literatur von Foucault, Derrida u.a. oder Erich Fromms 'Die Kunst des Liebens', das mich gegenwärtig zu begeistern weiß. Daniels Papa schreibt aber auch tolle Bücher hörte ich..." Und Kati: "Ich selbst hatte lange keinen Lieblingsautoren, kann aber seit kurzem Wilhelm Genazino wärmstens empfehlen." Mal überlegt, selbst ein Buch zu schreiben? Daniel: "Für den Internetauftritt von Niila schreibe ich seit Anfang des Jahres eine Geschichte mit dem Titel 'Die Spucke auf deiner Zunge'. Mit jedem Blogeintrag geht die Geschichte weiter. Das Schreiben macht Spaß, aber ich glaube, ich könnte niemals ein ganzes Buch füllen."


1. Was ist eure Definition von "guter Musik"?

Daniel: "Gute Musik" kann so so viel sein. Es kann ein perfekt produzierter Popsong sein oder aber auch ein LoFi-Mitschnitt eines unbekannten Songwriters. Die Qualität von Musik hängt also ganz und gar mit seinem Rezipienten zusammen Kurz gesagt: Wenn es dich berührt, ist es gute Musik.

Kati: Eine leidenschaftliche, aufrichtige Darbietung von Klängen, die etwas auslöst... dabei gibt es kein "falsch oder richtig!".

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Daniel: Beim Komponieren und Arrangieren haben wir uns vom Gospel und vom Spiritual inspirieren lassen. Ich weiß nicht, ob man dies hören kann. Aber gerade die Arbeit mit mehreren Stimmen und Backroundgesängen hat die Platte dann so werden lassen, wie sie geworden ist.

Michael: Einfluss hatte sicher auch, dass wir das Album live eingespielt und nur wenig nachbearbeitet haben. Es klingt sehr direkt und bleibt für uns dadurch beherrschbar, weil wir es live genauso wie auf dem Album spielen können.

3. Warum sollte jeder eure neue Veröffentlichung kaufen?

Daniel: Weil sie wirklich schön aussieht.

Kati: Damit bei ihm (alte, neue) Emotionen geweckt werden.

4. Was habt ihr euch von eurer ersten Gage als Musiker gekauft?

Daniel: So luxuriöse Dinge wie Benzin, um zum nächsten Gig zu kommen oder Hostelübernachtungen.

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass ihr Musiker werden wolltet?

Daniel: Für mich ist die Musik eine Art zweite Realität. In den Liedern, die wir machen, fühle ich mich frei, hier kann ich frei atmen, frei erzählen, frei musizieren. Musik zu machen faszinierte mich schon früh bei meinem Vater. Er leitete den Kirchenchor im Dorf. Diese Faszination ist geblieben.

Michael: Einen bestimmten Auslöser gab es nicht. Meiner Schwester habe ich allerdings zu verdanken, dass ich schon sehr früh mit Musik abseits des Mainstreams versorgt wurde. Vieles davon begleitete und beeinflusste mich in meiner Jugend so sehr, dass der Wunsch, selbst Musik zu machen, daher nur logisch war.

Kati: Ich hatte als Teenager nachts mal einen Traum, in dem ich Bass spielte, und dann das dringende Bedürfnis verspürt, es in die Tat umzusetzen, da es sich im Traum so toll anfühlte... Unabhängig davon habe ich aber auch schon länger vorher musiziert.

6. Habt ihr immer noch Träume - oder lebt ihr den Traum bereits?

Daniel: Mit der Veröffentlichung des Albums ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Ich glaube, wir leben nicht unsere Träume, sondern einfach unser Leben. Eins ist vor allem uns sehr wichtig: Wir sind dankbar für das, was wir bisher erleben durften.

Michael: Ich glaube jeder sollte immer Träume haben. Mit dem ersten eigenen Album ist auch einer dieser Träume in Erfüllung gegangen. Für mich würde es weitergehen, wenn wir noch mehr Menschen mit der Musik erreichen können.

Kati: Es wäre traurig, wenn man keine Träume mehr hätte... In Bezug auf Niila habe ich zum Beispiel den, endlich mal länger zu touren (was in der Tat "heutzutage" schwer realisierbar ist!).

7. Was war eure größte Niederlage?

Daniel: Es ist weniger eine Niederlage, aber das lange Warten auf die Veröffentlichung des Albums hatte uns schon etwas zermürbt. Welch eine Erlösung es nun ist, das Album präsentieren zu dürfen.

8. Was macht euch derzeit als Musiker am glücklichsten?

Simon: Das aktuelle Album mit uns bekannten, sowie unbekannten Menschen diskursiv zu erörtern. Hierbei ist es die größte Freude, wenn das Werk an sich zum Gesprächsgegenstand wird.

Kati: Dass das Album endlich die Menschen erreichen kann. Und wir als Band immer mehr zu einer Einheit geworden sind.

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Simon: Ich finde es sehr schwierig, von guten und vor allem schlechten Liedern zu sprechen, da jedes einzelne Stück zunächst einmal eine Berechtigung hat, zu existieren. Jemand macht sich Gedanken, entwirft eine Idee und formt diese in eine Liedform. Hierzu bewegt ihn oder sie ein bestimmtes Maß an Konstruktivität, was ich grad in einer Zeit von enormer Passivität einem grundlegend destruktiven Lebensentwurf vorziehen möchte.

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf eurer Gästeliste stehen?

Simon: Immer und immer wieder Claus Grabke. Ansonsten Anton Spielmann, George Harrison und alle anderen guten Menschen. Zu viele, um sie aufzuzählen. Wir müssten wohl möglichst fair im "Abwechslungsmodus" arbeiten. FreundInnen und Familie natürlich sowieso immer, meine 4-jährige Nichte würde ich am liebsten mit auf die Bühne nehmen, aber ich fürchte, dann bekomme ich Ärger mit meinem Bruderherz.

Kati: Beth Gibbons, Jack White, Jeff Buckley... Sicher noch mehr, aber wir wollen mal nicht überschwänglich werden ;)

Weitere Infos:
www.niila.de
www.facebook.com/niilamusik
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Niila
Aktueller Tonträger:
Abheutesindwirnichtmehralleine
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