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DAWES
Dawes
Wenn derzeit die Sprache auf umwerfende Live-Bands kommt, dauert es zumeist nicht lange, bis der Name Dawes fällt. Größen wie Jackson Browne, Robbie Robertson, John Fogerty und zuletzt auch Conor Oberst haben sich bereits die Unterstützung des kalifornischen Quartetts als Backingband gesichert, doch Taylor Goldsmith und die Seinen haben auch mit ihren drei ausgezeichneten eigenen Platten bereits eine Menge Staub aufgewirbelt und im Umfeld von Americana und 70s-inspiriertem California Rock mit modernem Touch für Schlagzeilen gesorgt, wenngleich die Platten immer etwas zahmer und weniger lebendig klangen als die mitreißenden Live-Shows der Band.

Mit seinem nun erscheinenden vierten Werk gelingt es dem Quartett aus Los Angeles allerdings erstmals, die Qualität seiner Auftritte auch im Studio einzufangen. Kein Wunder, dass "All Your Favorite Bands" - produziert in Nashville von Gillian Welch-Gefährte David Rawlings - fraglos das Highlight des bisherigen Oeuvres der Band geworden ist. Bevor die Band im September im Vorprogramm von My Morning Jacket auch in Deutschland Station macht, hatte Vordenker Taylor Goldsmith Zeit für unsere zehn Fragen.


1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Das Wichtigste für mich ist ein guter Song. Manchmal ist die Musik, die ich höre, die besonders gut aufgenommen oder das Arrangement ist ziemlich kitschig, aber solange der Song gut ist, kann ich darüber hinwegsehen. Ich mag gute Texte, aber ich mag auch Lieder mit seltsamen Strukturen, etwa eine Melodien, die zunächst nicht so richtig fließen will. Letztlich ist es die Kombination aus schönen Harmonien und Worten, die mich anziehen oder sich einer Emotion auf neue Art und Weise nähern.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Dass wir uns dieses Mal gezwungen haben, im Studio als Band zusammen zu spielen. Wir haben auch früher schon live im Studio aufgenommen, aber noch nie in dem Maße wie jetzt. Dieses Mal sind alle Leadgesangsstimmen und alle Gitarrensolos zusammen mit der Band aufgenommen worden. Zuvor sind die Gesangstimmen und alle Gitarrensolos später hinzugefügt worden und auch das zweite Keyboard wurde nachträglich aufgenommen. Die neue Platte klingt so lebendig, so direkt, weil dieses Mal alles live ist und das ist die Qualität der neuen Platte, die ich am meisten schätze.

3. Warum sollte jeder eure neue Veröffentlichung kaufen?

Ich finde nicht, dass jeder sie kaufen sollte (lacht)! Ich bin der erste, der zugibt, dass unsere Musik nicht für jeden etwas ist. Wenn du aber jemand bist, der gerne verschiedene Gefühle zusammen mit einer Band durchlebt, es gerne mal ganz leise, dann wieder richtig magst, und wenn du es schätzt, dass die Musiker bei einem Instrumentalpart mal so richtig Zeit lassen, und wenn du die Geduld mitbringst, richtig auf die Texte zu achten, auch wenn der Song mal neun Minuten lang ist, dann ist das Album vermutlich was für dich.

4. Was habt ihr euch von eurer ersten Gage als Musiker gekauft?

Ich kann mich nicht mehr richtig erinnern. Wir haben ja auch noch nie richtig viel Kohle verdient. Über die Jahre habe ich es allerdings geschafft, mir die Ausrüstung zusammenzukaufen, von der ich immer geträumt hatte und das fühlte sich unglaublich gut an. Nach den Aufnahmen zu unserem zweiten Album verkaufte mir unser damaliger Produzent seine Telecaster und es war etwas ganz Besonderes für mich, dass er sie mir überlassen hat.

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, etwas anderes zu tun. Ich wusste einfach immer schon, dass Musik mein Ding sein würde. Es gab nie eine Phase in der ich dachte, ich sollte mal etwas anderes ausprobieren. Das hat sicherlich damit zu tun, dass mein Bruder (Dawes-Drummer Griffin) und ich aus einer sehr musikalischen Familie stammen und dass wir schon früh zusammen mit unserem Dad gesungen haben. Mit 12 bekam ich dann meine erste Gitarre und begann ich, meine ersten Songs zu schreiben. Spätestens da wusste ich: Genau das will ich machen!

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Ich habe definitiv noch Träume. Ich denke als Musiker, du hörst nie auf, dir Gedanken darüber zu machen, was du noch tun könntest oder was das Leben für dich noch bereithalten wird. Falls der Punkt doch mal kommt, sollest du aufhören, Platten zu machen. Sieh dir mal jemanden wie Bob Dylan an, der immer noch neue Platten aufnimmt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das tun würde, wenn all seine Träume bereits Realität geworden wären.

7. Was war deine größte Niederlage?

Wow! Ich weiß nicht so recht... Ich blicke auf all unsere Platten zurück - und bei der neuen wird das nicht anders sein - und denke, dies oder das hätte ich gerne anders gemacht. Ich halte mich damit aber nie zu lange auf, denn sonst würde ich vermutlich irgendwann aus dem Fenster springen.

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Am glücklichsten machen mich derzeit die Konzerte, die wir spielen. Wir können es kaum erwarten, endlich auf Tournee zu gehen, denn ich denke, die neuen Songs werden - anders als einige der vorangegangenen Platten - live richtig gut funktionieren. Das wird unsere Konzerte einfach noch viel besser machen!

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Der schlechte Song, der je geschrieben wurde? Manchmal denk ich, es ist "Mmm Mmm Mmm Mmm Mmm" von den Crash Test Dummies!

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf eurer Gästeliste stehen?

Es wäre toll, wenn Warren Zevon mal im Publikum wäre!

Weitere Infos:
dawestheband.com
en.wikipedia.org/wiki/Dawes_(band)
www.facebook.com/Dawestheband
twitter.com/Dawestheband
instagram.com/dawestheband/
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Dawes
Aktueller Tonträger:
All Your Favorite Bands
(HUB Records/Warner Music)



 
 

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