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HERE WE GO MAGIC
Here We Go Magic
Die Musik von Here We Go Magic war schon immer schwer in Worte zu fassen. In allen erdenklichen Farben schillern die retro-futuristischen Songs der New Yorker Band um Luke Temple und Michael Bloch, für die die Schublade Indiepop seit jeher viel zu eng ist. Umwehte ihr Debüt noch der psychedelische Geist der 60er, traten auf den beiden Nachfolgewerken immer stärker 70s-Rock-Einflüsse zutage, während Temples Solodebüt "Good Mood Fool" aus dem Jahre 2013 mit dem Sound der 80er spielte. "Be Small", das neue Here We Go Magic-Album, sucht sich dagegen seine Vorbilder in den 90ern und klingt trotz tiefsinniger, inhaltsschwerer Texte musikalisch geradezu leichtfüßig.

Vielleicht auch deshalb klingt das von Temple selbst produzierte neue Album streckenweise weniger wie ein Nachfolger zum mit viel Aufwand und Nigel Godrich (Radiohead) am Mischpult eingespielten "Different Ship" (2012), sondern eher wie die Fortführung seines Alleingangs von vor zwei Jahren. "Meine Solo-Platte hatte ich ja auch selbst produziert, aber dabei eher Referenzen wie Curtis Mayfield oder Marvin Gaye im Hinterkopf, also afro-amerikanische Einflüsse", verrät Temple im Gaesteliste.de-Interview. "Bei der neuen HWGM-Platte standen als Inspiration eher die englischen Avantgarde-Typen Pate, etwa Robert Wyatt oder Brian Eno."

Obwohl der Amerikaner kein Problem damit hat, zu seinen Einflüssen zu stehen, versucht er sich bei der Arbeit in seinem Heimstudio von allzu direkten Beeinflussungen fernzuhalten. "Wenn ich tatsächlich an einer Platte arbeite, höre ich so gut wie keine Musik, weil mich das nur durcheinanderbringen würde", gesteht er. "Ich höre Musik eher in Schüben, zum Beispiel, wenn ich auf Tour bin und viel im Auto sitze und mich irgendwie beschäftigen muss. Oft höre ich dann Sachen, die ich schon länger in der Sammlung hatte, aber zuvor nie konzentriert von Anfang bis Ende gehört habe. Dann verinnerliche ich das für eine Weile, bis ich es wieder vergesse, aber wenn ich dann an einer neuen Platte arbeite, stelle ich fest, wie sich das Gehörte in den Songs manifestiert."


1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Das ist Musik, die mich auf Zack hält, mich überrascht und mich gleichzeitig glücklich und traurig macht.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Das war mein Umzug in ein winziges Apartment in Chinatown in New York, das ein ziemlich verträumter kleiner Ort ist. Außerdem hatte ich mir gerade einen neuen Synthesizer gekauft, einen DX7, der ziemlich omnipräsent ist, weil Brian Eno ihn viel benutzt hat, aber ein neues Werkzeug für mich war. An Eno fasziniert mich, dass er seine Sachen gerne offen lässt, was ich großartig finde, weil dir das beim Hören das Gefühl gibt, dass du mit ihm zusammen mitten im Prozess steckst. Das wollte ich auf der neuen Platte auch umsetzen. Letztlich sind die Songs allerdinger vollendeter, als mir das ursprünglich vorschwebte. Es ist mir sehr schwergefallen, die Sachen nicht zu Ende zu bringen.

3. Warum sollte jeder eure neue Veröffentlichung kaufen?

Weil die Platte wie eine klingt, die man noch nicht gehört hat, weil sie überrascht und auch irgendwie fröhlich ist.

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Ich habe mir Aufnahmeequipment gekauft. Als ich das erste Mal richtig Geld in die Finger bekam, habe ich mir einen Computer, einen Kompressor und ein Mikrofon zugelegt. Ich habe mir also gewissermaßen ein kleines Tonstudio eingerichtet.

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Ich kann keinen bestimmten Moment isolieren. Das war ein schleichender Prozess. Ich hatte ein Freund in der Highschool, der ähnlich gestrickt war wie ich, und irgendwann begannen wir einfach, zusammen Musik zu machen - ohne wirklich zu wissen, was wir da taten.

6. Habt ihr immer noch Träume - oder lebt ihr den Traum bereits?

(lacht) Natürlich habe ich noch Träume. Es wäre schön, ein voll ausgestattetes Tonstudio in meinem Heim zu haben. Ich habe diese kleine mobile Einheit, aber es wäre toll, ein funktionierendes Studio zu haben, in dem ich auch andere Künstler aufnehmen könnte.

7. Was war eure größte Niederlage?

Dass wir nicht populärer sind! Wir sind immer mal wieder von kurzen Phasen der Armut gebeutelt!

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

An neuen Sachen zu arbeiten, macht mich am glücklichsten. Wenn ich beim Aufnehmen Zeit habe und mir ganz allein ein neues Projekt ausdenken kann und daran feilen kann, das macht mich glücklich. Die größten Glückmomente gibt es dabei zumeist am Anfang, wenn ich gerade mit etwas Neuem anfange. Deshalb kann man schon sagen, dass für mich der Prozess wichtiger ist als das Ergebnis. Die fertige Platte ist nicht für mich, sie ist für die Welt da draußen. Sobald ein Album fertig ist, höre ich es vielleicht noch ein, zwei Mal - und dann wende ich mich der nächsten Sache zu.

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Es gibt so viele schlechte! Es gibt einige James Blunt-Songs, deren genaue Namen ich noch nicht einmal kenne. Einer davon heißt, glaube ich, "Beautiful", ein anderer "Goodbye My Lover". Die sind definitiv ganz vorne mit dabei!

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Es gibt so viele! Robert Wyatt, Brian Eno, Neil Young und Johann Sebastian Bach, zum Beispiel. Bach würde vermutlich total ausflippen. Er würde unsere Musik wohl scheußlich finden, weil sein Gehör den Klang von elektrifizierten Instrumenten einfach nicht gewöhnt wäre. Für ihn wäre es bestimmt einfach nur Krach (lacht)!

Weitere Infos:
www.herewegomagic.com
www.facebook.com/HereWeGoMagic.Band
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Here We Go Magic
Aktueller Tonträger:
Be Small
(Secretly Canadian/Cargo)


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