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ELIZA RICKMAN
Eliza Rickman
Eliza Rickman ist die etwas andere Singer/Songwriterin. Nicht nur, dass die 31-jährige Kalifornierin ohne festen Wohnsitz seit fünf Jahren praktisch pausenlos auf Tour ist - mit dem Strahlen einer Märchenprinzessin singt sie düstere Lieder über all die miesen Typen, die ihr das Liebesleben schwer machen, und vertont ihre ungeschminkten Texte, mit denen sie schonungslos mit ihrem Ex-Freund abrechnet, in herrlich abwegig instrumentierten Songs. War es vor drei Jahren auf ihrem Debüt "O, You Sinners" noch vor allem ihr rosafarbenes Spielzeugklavier, das für ein ungewohntes Klangbild sorgte, ist es auf dem nun erscheinenden Nachfolger "Footnotes For The Spring" vor allem die Autoharp, die in detailverliebt orchestrierten Arrangements den Ton angibt. Mit Amanda Palmer-Intimus Jason Webley als Produzent und Ideen-Sparringspartner ist Eliza so ein Album gelungen, das deutlich erwachsener klingt als ihr Erstling, ohne deshalb weniger charmant daherzukommen. Doch damit nicht genug: Nach den hinreißenden Konzerten ihrer ersten Europatournee im Frühjahr steht Eliza im November und Dezember erneut auf deutschen Bühnen. Zuvor aber stellte sie sich unseren zehn Fragen.

1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Zunächst einmal muss sie Gefühle in mir auslösen. Außerdem muss sie für mich auch eingängig sein. Ihr wärt vermutlich überrascht, was ich alles für gute Musik halte. Auf Tour hören wir eine Menge kitschiger Popsongs.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Der wichtigste Einfluss waren sicherlich die Dinge, die in meinem Leben passiert sind. Ursprünglich hatte ich geplant, ein Konzeptalbum über den großen amerikanischen Süden zu machen, aber am Ende ist etwas ganz anderes dabei herausgekommen. Jason Webley sagte kürzlich das, was ich schon geahnt hatte: Man kann hören, was ich alles durchgemacht habe in den letzten Jahren. Es singt jetzt kein Mädchen mehr, sondern eine Frau. Das Album stellt sich nun eher als die Reise einer Frau dar, die 30 geworden ist, während die Platte entstand. Es ist die Geschichte einer Frau, die alles durchgestanden hat und sich deshalb sehr glücklich und sicher fühlt. Ich schere mich jetzt nicht mehr so viel um die Meinung der Welt da draußen. Das war früher ganz anders. Das ist sicherlich ein großer Unterschied. Anders ist auch die Instrumentierung. Ich habe Jason vollkommen freie Hand bei der Orchestrierung gelassen. Das bedeutet nicht, dass die Platte mit der vorherigen unvereinbar ist, aber Jason hat mich in eine neue Richtung geschubst.

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Wenn du Frauen magst, solltest du meine neue Platte kaufen (lacht)! Im Ernst: Wenn du dich für die feminine Perspektive interessierst, wird dich die Platte ansprechen.

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Ich habe das Gefühl, dass ich erst letztes Jahr angefangen habe, Geld zu verdienen. Davor habe ich mir einfach nur den Arsch aufgerissen, bis sich das dann letztes Jahr ausgezahlt hat. Ich bin noch nie von einem bekannten Künstler eingeladen worden, zusammen auf Tour zu gehen, aber (die Podcaster von) "Welcome To Night Vale" haben mich mitgenommen und das hat mir unglaublich viele Türen geöffnet. Ich werde auch diesen Herbst wieder mit ihnen unterwegs sein. Es war übrigens - natürlich!- Jason Webley, der uns bekannt gemacht hat. Ich war mit meinem Image genau auf der gleichen Wellenlänge wie das "WTNV"-Publikum und konnte auf der Tour das verdienen, was ich als großen Haufen Kohle bezeichnen würde. Einiges davon konnte ich zurücklegen und sparen, und mit dem Rest konnte ich Kreditkarteschulden zahlen. Nicht gerade sonderlich glamourös, was?

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Als ich acht Jahre alt war, fing ich mit dem Klavierunterricht an, nachdem meine Eltern meine Begabung dafür entdeckt hatten. Ich konnte mich einfach ans Klavier setzen und mir einen Song ausdenken, obwohl ich noch nie gespielt hatte. Vermutlich war der Song Blödsinn, aber das Talent war ohne Frage vorhanden. Wichtiger für mich war allerdings, die Beatles zu entdecken, als ich zwölf war. Ich hatte damals ziemlich schlimme Depressionen - ich denke, viele fallen mit 12, 13 in ein Loch -, und ich hab sie abgeschüttelt, indem ich die ganze Zeit die Beatles gehört habe - und Elton John, speziell "Goodbye Yellow Brick Road"! Mein Lieblingsalbum von den Beatles ist das weiße, weil es so herrlich schräg ist (lacht)! Natürlich war mir schon damals klar, dass ich den Beatles nie das Wasser würde reichen können, aber ich wollte die gleiche Möglichkeit der Realitätsflucht, die sie mir gegeben hatten, mit meiner Musik auch anderen geben. Da stand für mich fest: Ich werde Musikerin.

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Ich lebe den Traum! Die verrückten Sachen, die ich nachts so träume, haben nichts mit meiner Musik zu tun. In letzter Zeit träume ich viel von David Bowie...

7. Was war deine größte Niederlage?

Ich bin nicht sicher... Vielleicht all die Shows, die ich in Locations gespielt habe, die für meine Musik einfach nicht geeignet waren. Ich erinnere mich an ein Konzert in Colorado, bei dem ich das Vorprogramm einer abgewrackten Classic-Rock-Coverband war. Aber ist das eine Niederlage? Vielleicht habe ich das hier auch noch nicht lange genug gemacht, um echte Niederlagen erlebt zu haben?

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Am glücklichsten macht mich, dass ich genau das mache, von dem ich denke, dass ich es machen sollte. Das ist ein sehr erfüllendes Gefühl, sowohl in professioneller als auch in persönlicher, emotionaler Hinsicht.

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Alles von Jimmy Buffet! Oh mein Gott (lacht)!

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Wenn ich einen Menschen von den Toten wiederauferstehen lassen könnte, wäre das Beethoven. Ich würde gerne mit ihm rumhängen, und wenn ich ganz ehrlich bin, würde ich mich auch gerne mit ihm verabreden, denn er war eine echte Type und sehr leidenschaftlich. Dass er taub wurde und trotzdem noch all diese Werke komponiert hat, ist unglaublich. Ich habe mich im College lange mit ihm auseinandergesetzt. Ich weiß nicht, ob er ein heißer Typ im echten Leben war, aber auf allen Bildern sieht er echt scharf aus.

Weitere Infos:
www.elizarickman.com
www.facebook.com/elizarickman
www.twitter.com/elizarickman
elizarickman.tumblr.com
elizarickman.bandcamp.com
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Eliza Rickman
Aktueller Tonträger:
Footnotes For The Spring
(Eigenveröffentlichung)

 
 

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