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THRICE
Thrice
Es ist schon ein Weilchen her, dass Thrice mit "Vheissu" ihr ohne Zweifel bisher bestes Album veröffentlicht haben. Doch weil dieses auch viele Monate später noch immer begeistern kann und weil Thrice jüngst auf Tour waren (Gaesteliste.de berichtete), nutzen wir die Chance und trafen uns mit Eddie Breckenridge zum Plausch und stellten dem ungemein sympathischen Bassisten zehn ganz bestimmte Fragen, die vermutlich mehr über Eddie verraten, als er es sich vorher vorgestellt hatte...

1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Das ist hart zu sagen, denn es gibt viele verschiedene Dinge, die Musik wirklich gut machen. Ich mag es zum Beispiel, wenn ein Song mich emotional berührt. Eine andere Defintion wäre, wenn es einfach nur musikalisch gut gemacht ist oder irgendwie innovativ klingt. Das können die Texte sein oder auch nur die Klänge, im Idealfall ist es natürlich die Kombination. Denn auch wenn ich gerne instrumentale Sachen höre, stehe ich zum Beispiel sehr auf Jeff Buckley, weil er ein toller Musiker und Texter war.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Es gibt viele verschiedene Einflüsse. Wir haben gemeinsam zum Beispiel viel Talk Talk gehört, aber hauptsächlich ihre zwei Alben nach ihrer Pop-Phase, nämlich "Spirit Of Eden" und "Laughing Stock". Sie sind sehr atmosphärisch und schön und im Studio liefen sie immer wieder und wir haben uns einiges von ihnen abgeschaut. Außerdem haben wir elektronische Bands wie Massive Attack oder auch Radiohead oder härtere Sachen wie Converge gehört. Ich weiß, eine verrückte Mischung, aber deshalb klingt unser Album auch ein wenig verrückt, aber gleichzeitig schön und manchmal schon fast hässlich. Wir mögen eben diese ganzen Sachen und haben versucht, sie etwas in unsere Musik zu packen.

3. Warum sollte jeder eure neue Veröffentlichung kaufen?

Wenn du einen bunten Musikgeschmack hast und sowohl harte als auch melodische Musik magst, könnte es dir gefallen. Ich denke aber, dass es nicht jeder mögen wird, da es den Hörer schon ein wenig fordert und es etwas Zeit braucht, bis man es versteht. Das ist aber eine Sache, die mich sehr freut, denn die wenigsten meiner Lieblingsalben habe ich sofort gemocht, sondern habe sie erst erlernen müssen.

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Ich denke, was zu essen. Nein, wie es sich für einen Musiker gehört, hatte ich lange Jobs nebenbei und habe von meiner ersten Gage ein neues Instrument gekauft. Einen schönen, alten Bass, den ich noch immer besitze, aber nicht mit auf Tour nehme.

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Nein, es ist einfach so passiert. Bevor es die Band gab, bin ich immer mit unserem Gitarrist Teppei geskatet und wir haben Sachen wie Lagwagon und andere Punkrock-Bands gehört. Danach haben wir uns häufig mit unserem jetztigen Sänger Dustin getroffen, der eine Gitarre besaß und wir haben dann bei Teppei angefangen Musik zu machen. Wir haben nie daran gedacht, mal als Band erfolgreich zu sein, sondern haben es nur aus Spaß gemacht.

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Ich lebe den Traum, habe aber gleichzeitig aber noch Träume abseits der Musik. Ich interessiere mich zum Beispiel sehr für Kunst, für das Malen und Designen und würde gerne mehr in dieser Richtung machen, doch leider fehlt mir aufgrund der Band leider die Zeit dazu. Doch ich beschwere mich nicht darüber, sondern freue mich, wie es ist. Ich sehe die Welt, lerne tolle Menschen kennen, toure und spiele unsere Musik. Und dieser glückliche Zustand ist mir bewusst und ich freue mich wirklich jeden Tag darüber.

7. Was war deine größte Niederlage?

Ich denke, es gibt während jeder Tour schlechte Momente, die vielleicht keine wirkliche Niederlagen sind, die einen aber durchaus runter ziehen. Manchmal ist es Ärger mit der Familie oder der Freundin, manchmal ist es eine schlechte Show. Was mich wirklich stört ist, dass ich häufig unter Heimweh leide. Dann möchte ich einfach nur nach Hause. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen und bemühe mich, das Gute zu sehen. Das Touren, das Erleben, die Erfahrungen, die ich fern der Heimat mache. Ich rede hier mit dir, ich sehe viele Länder, treffe viele Menschen, das ist doch ein wirkliches Privileg! Und trotzdem liege ich manchmal im Bett und bin traurig.

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Unterwegs zu sein. Auch wenn nicht jede Show toll ist, liebe ich es, unterwegs zu sein und eine zufriedene Menge vor mir zu sehen. Zwar ist es auch toll, wenn du im Studio bist und einen wirklich großartigen Song geschrieben hast, aber wenn du live spielst, ist es ein völlig anderes, viel intensiveres und fast schon spirituelles Gefühl und jeden Abend eine außergewöhnliche Erfahrung.

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Oh Mann, das kann ich dir echt nicht sagen. Ich weiß nur, dass unsere ersten Songs wirklich schlecht sind. Ich kann mich nicht mal mehr an ihre Titel erinnern.

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf eurer Gästeliste stehen?

Ich denke es wäre toll, meinen Großvater zu sehen. Er ist gestorben, als ich fünf Jahre alt war. Er war auch Musiker, und auch wenn ich keine Ahnung habe, ob er unsere Musik mögen würde, aber es wäre sicher spannend, wenn er seine Enkel (Thrice-Drummer Riley ist der Bruder von Eddie) mal auf der Bühne sehen könnte. Außerdem könnte ich ihm so danken, dass er sozusagen das musikalische Talent in die Famile gebracht habt.

Weitere Infos:
www.thrice.net
www.myspace.com/thrice
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Thrice
Aktueller Tonträger:
Vheissu
(Island/Universal)



 
 

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