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Sonic Youth - Sonic Nurse

Platte der Woche

KW 25/2004


Sonic Youth - Sonic Nurse
Geffen/Motor Music/Universal
Format: CD

Eigentlich wäre ja wieder eine "schwierige" Platte der New Yorker an der Reihe gewesen. Nach dem Hit-Album "Dirty" zerstörte die Band 1994 mit "No Star" ihre Popstar-Ambitionen, legte dann mit "Washing Machine" ihre poppigste Platte überhaupt vor, um sich für "A Thousand Leaves" wieder in streckenweise blinden Experimentalismus zu verstricken. Nun gut, nachdem "NYC Ghosts & Flowers" ein bisschen unentschieden und das 2002er Meisterwerk "Murray Street" streckenweise geradezu "ear candy" war, ist "Sonic Nurse" manchmal schon etwas gewagter, doch für jede schräge Nummer von Kim Gordon (die hier ihr Comeback feiert, nachdem sie sich auf "Murray Street" und "NYC Ghosts & Flowers" merklich zurückgehalten hatte) gibt es dieses Mal mindestens zwei super-eingängige Thurston-Moore-Stücke sozusagen zur Beruhigung. Was nicht heißt, dass Gordons Songs schlecht wären. Im Gegenteil. "Pattern Recording" gleich zu Beginn gehört mit zu ihren besten Rocksongs und darf in einem Atemzug mit "Kool Thing" oder "Bull In The Heather" genannt werden, doch an die besten Songs von Moore ("Unmade Bed" und "Stones") reicht Gordon selbst mit dem für sie ungewöhnlich melodiösen "Dude Ranch Nurse" nicht ganz heran. Die vielleicht beste Nummer des gesamten Albums - auch das hat fast schon Tradition - stammt wieder einmal von Lee Ranaldo: "Paper Cup Exit" fällt mit seiner harschen Melange aus Krach und Melodie zwar etwas aus dem Rahmen, aber gerade deshalb besonders auf. Dass Präsident George W. Bush auch eins auf den Deckel bekommt, kann man auch als Fortführung einer Tradition sehen, immerhin war "Youth Against Fascism" Bush Senior "gewidmet". Verpackt haben Sonic Youth ihre Kritik an der US-Regierung allerdings interessanterweise in den fast schon watteweichen Sound des Schluss-Songs "Peace Attack". Die auffällig vielen Parallelen zu früheren Werken machen aus "Sonic Nurse" sicherlich nicht das ambitionierteste Werk des Quintetts, sondern eines, an dem sich wie bei "Washing Machine" die Geister scheiden werden. Aber zumindest die gar nicht einmal so kleine Fraktion, die "Washing Machine" zu ihren liebsten SY-Platten zählt, wird dieses neue Werk sofort in ihr Herz schließen.


-Simon Mahler-




 
 
 

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