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GO-BETWEENS
 
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Go-Betweens
Auf dem letzten Go-Betweens-Album, "Bright Yellow, Bright Orange" gab es ein von Robert Foster verfasstes Stück namens "Caroline". Das hatte Robert für Prinzessin Caroline von Monaco geschrieben. Der Plan war damals, Caroline auf einer Gala oder etwas ähnlichem aufzulauern, um ihr das Stück zukommen zu lassen. Was ist denn aus diesem Ansinnen geworden? "Nun, leider habe ich Caroline nicht getroffen", meint Robert wehmütig, "aber sie hat den Song gehört. Irgendwie hat sie ihn bekommen und dann einen sehr freundlichen Brief an unsere Plattenfirma in London geschickt. Ich fand, es war sehr, sehr nett von ihr, das zu tun. Das ist aber leider auch das letzte, was ich von ihr gehört habe." Das zeigt, dass Robert Foster eben auch ein ganz sentimentaler Fan sein kann. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum die Go-Betweens-Scheiben immer so schön "menscheln"? Das neue Werk heißt nun "Oceans Apart". Sicherlich ein Verweis darauf, dass die Go-Betweens nicht gerade um die Ecke wohnen - und auch einer auf die Unterschiede, die Grant und Robert auszeichnen.
Auf der letzten CD raufte man sich allerdings mal überraschenderweise zusammen und so entstand "Too Much Of One Thing", die erste echte Foster / McLennan Co-Komposition. Gibt's das auf der neuen Scheibe denn auch wieder? "Ich habe ein paar Zeilen vom Refrain des zweiten Songs, Grants 'Finding You' geschrieben", offenbart Robert, "es ist aber nichts so großes wie 'Too Much' geworden. Es hat sich halt nicht so entwickelt." Schade eigentlich - denn "Too Much" gehört ja zweifelsohne zu den besten Go-Between-Tracks überhaupt. Andererseits: Die neuen Stücke sind auch nicht von schlechten Eltern und für viele dürfte diese neue Scheibe aufgrund vieler sublimer Hits und keinerlei erkennbaren Ausfällen gar eh zu den Besten der Jungs aus Australien gehören. Robert erwähnte das Thema "Reisen" ja bereits. Ist das vielleicht sogar der thematische rote Faden, der sich durch die Scheibe zieht? "Es ist schwer zu sagen, weil man die Stücke ja über einen Zeitraum von zwei Jahren schreibt", erklärt Robert, "und man macht so was auch nicht absichtlich oder denkt darüber nach, wenn man schreibt, sondern es ergibt sich immer erst im Nachhinein. Aber ich würde schon sagen, dass das Thema 'Reisen' tatsächlich eine gewisse Rolle spielt. Es kommen z.B. einige Ortsnamen und Namen von Leuten vor, die wir getroffen haben. Es könnte aber auch bedeuten, dass wir unsere allgemeinen Betrachtungen über das Leben anstellen." Das heißt, die Orte, die auf "Oceans" Erwähnung finden, sind dieses Mal real? Also z.B. Delray oder Darlinghurst? "Oh ja, Darlinghurst ist z.B. ein Vorort von Sydney", stimmt Robert, der den betreffenden Song schrieb, zu, "das ist eine ziemlich rauhe, 'bohemiene' Gegend. Wir haben uns dort oft aufgehalten, wenn wir auf Tour waren. Ein Freund hatte ein Haus dort und ich habe da eine Menge Leute getroffen - weißt du, so beim Kaffee trinken oder Pizza essen. Als ich die Musik schrieb, fand ich, dass diese Szenerie gut dazu passte. Die Leute, die ich da erwähne, gibt es also alle wirklich."
Go-Betweens
Der erwähnte Titel, "Darlinghurst Nights", ist so etwas wie das Kernstück der Scheibe. Nicht nur, weil es sich in der Mitte befindet, sondern weil es im Vergleich zum Rest auch ziemlich episch angelegt ist. Obendrein kommen dort sogar noch Bläser zum Einsatz. Neben des verstärkten Gebrauchs von Keyboards, der auf "Oceans" zu verzeichnen ist, eher ungewöhnlich für die Go-Betweens. "Also die Sache ist die, dass ich das quasi so in meinem Kopf gehört hatte", verrät Robert, "und als Marc Wallace, der Produzent, mich fragte, was ich mir vorstellen könnte, erläuterte ich ihm, dass ich mir Blechbläser vorstellte. Als wir dann daran gingen, es zu mixen und mich Mark fragte, wie wir die Bläser plazieren wollten, meinte ich, dass er sie eher wie Verkehrslärm abmischen sollte. Weißt du, um diese Stadtstimmung zu erzeugen." Dadurch wirkt die ganze Sache ziemlich unterschwellig, nicht wahr? "Genau, es hört sich an, als wohntest du an einer Hauptverkehrsstraße." Apropos Hauptverkehrsstraße: Wieso wurde die Scheibe überhaupt in London aufgenommen? Robert erklärte uns doch mal, dass es gar nicht so wichtig sei, wo ein Stück aufgenommen wird? "Also wenn ich das gesagt habe, dann nehme ich es zurück - der Ort ist doch sehr wichtig. So wie ein Film-Set, weißt du. Du wählst das ja auch aus einem bestimmten Grund aus. London hat für mich eine bestimmte Energie. Da passiert immer sehr viel und du musst dir schon Gehör verschaffen. Da gibt's viel Wettbewerb. Es sind z.B. immer irgendwelche Leute im Studio und ich finde, dass Scheiben aus London immer sehr direkt sind, dir quasi ins Gesicht springen. London ist seit Jahren das Zentrum für Musikaufnahmen. Ich denke, es war an der Zeit, mal wieder ans Zentrum zurückzukehren, direkt in der Mitte zu sein." Das heißt: Wenn die Scheibe woanders aufgenommen worden wäre, hätte sie auch anders geklungen? "Ja, ich denke doch."

Neben "Darlinghurst Nights" und dem Reggae-artigen "Lavender" fällt der Opener, "Here Comes A City" - im Kontext - dann noch ein wenig aus dem Rahmen. Es ist ein klassischer, energischer Go-Betweens-Knüller. "Das war der erste Track, den wir in London aufgenommen hatten - ungefähr fünf Monate vor den restlichen Stücken", erklärt Robert, "das ist ein Stück, das wir sehr spannend fanden. Es hat einen Groove, den wir vorher noch nicht ausprobiert hatten. Ich mag den Song sehr und ich denke, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch mit einem Song zu Potte kommen, der dermaßen treibend und knackig ist, ist doch ziemlich klasse." Wobei sich die Herren ja über mangelndes Songmaterial eigentlich nicht zu beklagen brauchen. Gerade bei der letzten Tour fiel doch auf, dass die Go-Betweens einen ziemlich großen Fundus erstklassiger "Hits" im Ärmel haben. Wird es da nicht langsam zu einem Problem, ordentliche Setlists auszuarbeiten? "Da sagst du was", gibt Robert zu, "ich denke, es ist ganz schön schwierig. Ich denke bereits jetzt darüber nach. Ich sehe uns schon zwei bis drei Stunden Shows spielen. Da müssen wir ganz schön an den Setlists arbeiten." Etwas anderes: Woher kommen denn auf einmal die ganzen Keyboards auf der Scheibe? Nicht, dass diese besonders störend ins Gewicht fielen, aber auffällig ist das schon. "Nun, ich habe angefangen, Keyboards zu spielen. Das ist etwas, was ich mir in den letzten fünf bis zehn Jahren angeeignet habe. Glen und Adele spielen auch ein bisschen. Wir sind keine Virtuosen, aber es geht so. Und wir werden übrigens dieses Mal auch erstmals ein Keyboard mit auf Tour bringen. Uns ging es darum, ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen und unser Klangbild auszuweiten. Es ist aber kein Selbstzweck und wir achten schon darauf, wie wir Keyboards verwenden. Hauptsächlich sind wir ja nach wie vor eher eine Gitarrenband, aber wir sind immer auch offen für andere Dinge." "Gitarrenband" ist ein gutes Stichwort. Wer Go-Betweens-Konzerte kennt, der weiß ja, dass Robert schon mal ganz gerne Witze auf Kosten seiner eigenen Virtuosität macht. Wie sieht er sich denn heutzutage als Gitarrist? "Also ich bin ganz glücklich mit meinem Gitarrenspiel", lacht Robert, "ich denke, dass ich ja durchaus meinen eigenen Stil habe. Das ist ziemlich wichtig, glaube ich. Weißt du: Es gibt 1000 Hendrix Nachahmer und 1000 Johnny Marr Nachahmer. Da bin ich schon froh, dass ich mein eigenes Gitarrenspiel heutzutage heraushören kann. Ich bin nicht mehr so ersetzbar, wie ich es früher mal war. Ich glaube sogar, dass ich ein weinig besser geworden bin. Ja, ich bin stolz auf mein Gitarrenspiel." Eine Frage, die in dieselbe Kerbe haut: Im Forum von Gaesteliste.de sind die Go-Betweens ja immer ein beliebtes Thema, und nicht wenige Fans bezeichnen sie als "die beste Band der Welt" - wie sieht Robert das denn? Sehen sich die Go-Betweens auch als "beste Band der Welt"? "Blblbl puahh - vielleicht wenn ich alleine in meinem Zimmer bin. Dann tendiere ich dazu, so etwas zu denken", gibt Robert zu, "das sage ich dann vielleicht zu mir selber - mit der Gewissheit, dass es niemals und nie jemand hören wird. Belassen wir es dabei."

Go-Betweens
Bei einem vergangenen Interview erklärte uns Grant ja seine Theorie bezüglich des Songwritings. Und diese lautet, dass die Schrauben und Muffen anzuziehen sind, damit der Song nicht auseinanderfällt und das Wesentliche somit rübergebracht werden kann. Was ist denn Roberts Technik? "Also mir geht es darum, einzufangen, wie ich mich fühle", antwortet Robert, "manchmal kann das sogar ein Bereich von ein paar Monaten sein. Es ist ja so, dass ich vielleicht zwei wirklich gute Stücke im Jahr schreibe. Die sind dann praktisch die Zusammenfassung dieser Zeit. Ein Song muss für mich auch für sich selbst stehen. Wenn ich einen Song auf zwei Saiten spielen kann, und er immer noch funktioniert - ohne Chöre und Geigen und vorgestellte Gitarrenriffs - dann ist es ein guter Song. Einen gutes Stück kannst du auch auf der Ukelele spielen - und dann wirkt es immer noch." Okay: Was gibt's denn in Zukunft noch zu tun? Gibt es für Robert noch unerfüllte musikalische Träume? "Also für mich vielleicht, mich als Pianist zu verbessern", meint Robert eher zögerlich nach einer sehr langen Denkpause, "ich möchte nämlich mal Songs auf dem Piano schreiben." Was können wir denn auf der kommenden Tour erwarten? Gastmusiker vielleicht? "Nein, nur Glenn und Adele", beeilt sich Robert festzuhalten, "das ist schon enorm. Grant und ich lieben es, mit ihnen zusammenzuspielen und sie sind tolle, individuelle Musikanten. Wenn überhaupt, dann werden wir unser Spektrum ein wenig erweitern. Ich hätte zum Beispiel nichts dagegen, ältere Songs in neuen, seltsamen Versionen zu spielen. Aber ansonsten gibt's die Go-Betweens wie gewohnt." Noch mal genau nachgefragt: Grant meinte anlässlich "Rachel Worth", dass die Go-Betweens stets er und Robert seien - egal wer da sonst noch mitmische. Und es gibt ja noch zu bedenken, dass Adele Pickvance und Glenn Thompson auch Songwriter sind: Sind also die Go-Betweens heutzutage eine Band? "Definitiv", beeilt sich Robert festzuhalten, "ich denke, dass Adele und Glenn gerne mit uns unser Material spielen, weil wir da ja alles reinstecken, was wir zu geben haben. Vielleicht schreiben wir ja auch mal etwas mit ihnen zusammen. Erste Ansätze gibt es auch. Aber das ist eher ein organisatorisches Problem, weil wir ja alle weit auseinander wohnen (Oceans apart eben). Aber um die Frage zu beantworten: Ja, die Go-Betweens sind definitiv eine Band."
Weitere Infos:
www.go-betweens.net
www.nstop.com/gbs/
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Pressefreigaben-
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Aktueller Tonträger:
Oceans Apart
(Tuition/Alive)




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