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Suzan Köcher's Suprafon

Köln, Summer Stage im Kölner Jugendpark
12.09.2020

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Suzan Köcher's Suprafon
Ohne Frage gehört Suzan Köcher's Suprafon zu den Lockdown-Acts der ersten Stunde. Denn die Corona-Krise kam für die Solinger Band genau in der ersten Phase der Pandemie - als noch gar nicht so richtig klar war, wohin die Sache gehen sollte und die Shutdown-Vorschriften noch nicht ausformuliert waren. Nachdem nämlich noch einige Acts in der letzten Crossroads-Serie des Rockpalast in der Bonner Harmonie ganz normal ihre Gigs hatten durchziehen können, waren Suzan Köcher und ihre Jungs mit die ersten, die bereits am 14.03.2020 ein Corona-Konzert - in Form einer Geistershow (also ohne Zuschauer) - in der Harmonie spielten und so die gerade anlaufende Tour noch irgendwie würdig zu einem Abschluss hatte bringen können. Auch ansonsten bemühten sich die Solinger Musiker weiter aktiv zu bleiben und spielten etwa weitere Sessions - und waren auch stets offen für Experimente im Umgang mit der wechselvollen Geschichte der Corona-Hygiene-Auflagen.
Dazu gehört auch die Aktion "Rock City Is Electric", die Suzan und ihr Parter Julian Müller gerade vorbereiten. Hierbei handelt es sich im Kern um eine Ausstellung am 26. und 27.09.2020 im Haus der Jugend in der Rock-City No. One (Solingen), bei der es um die Geschichte der Rockmusik in und aus Solingen von den 60er Jahren bis heute geht, und die um einen Dokumentation und später ggf. sogar um ein Buch erweitert werden soll. Was Außenstehenden nämlich weniger bekannt sein dürfte, ist der Umstand, dass es in Solingen nicht nur ein Studio namens Rockcity gibt, sondern vor allen Dingen eine langjährige Tradition als Stadt mit Herz für elektrische Musik, die zum einen durch die Solinger Musiker selbst und zum anderen die tätige Kuration diverser engagierter Impresarios engagiert mit Leben erfüllt wird.

Aber kommen wir mal zur Show im Kölner Jugendpark. Hier hätten Suzan Köcher & Co. eigentlich schon beim letzten At The B-Sites Kopfhörer-Festival 2019 an gleicher Stelle auftreten sollen - hatten diesen Gig allerdings krankheitsbedingt canceln müssen. Insofern passte es dann ganz gut, dass sie diesen Gig gegen Ende der At The B-Sites Zugaben-Reihe auf der Summer Stage im Kölner Jugendpark sozusagen "nachholen" konnten.

Seit dieser Zeit ist natürlich so einiges passiert. Insbesondere hatte die Band - trotz Corona - Gelegenheit, sich in Bezug auf das Material der zweiten LP "Suprafon" live so richtig warmzuspielen und sich eine eindrucksvolle Dramaturgie für die Live-Shows auszudenken. Dazu gehört auch, dass Suzan vor kurzem erblondet ist - was sich auf ihre performancetechnische Gemütslage im Sinne des Titels diese Story förderlich ausgewirkt zu haben scheint - gleichwohl sie glücklicherweise immer noch nicht ins Alleinunterhalter-Fach gewechselt ist, und sich mit dem Publikumsdialog dezent zurück hält. Immerhin gibt es heutzutage beim Intro mit dem Song "Peaky Blinders" einiges obskures Percussion-Instrumentarium zu bestaunen, mit dem Suzan die Zeit überbrückt bis sie selbst zum Mikro und/oder der Gitarre greift. Denn - und das muss man einfach attestieren - das unterhaltsame psychedelische Abspacen haben Suzan & Co. heutzutage drauf wie kaum jemand sonst aus unseren Breiten. Auf dieses Szenario ist heute auch die ganze Show ausgerichtet. Nach dem Psycho-Intro kommen erstmal die "Popsongs" vom Kaliber "Blood Red Wine", "Seven Is The Number" oder das Jacques Dutronc Cover "Mini Mini Mini" - mehr oder minder im Rausschmeißer-Modus (wobei sich Bassist Alfie Joy heutzutage interessanterweise bemüht, eine Portion Funk ins Geschehen zu bringen) - und dann wechselt Julian Müller von der "ich ersetze euch Jerry Garcia schon irgendwie"-Gitarre ans Drumkit, während sich der eigentliche Drummer Jens Vetter (der aber zugleich als Elektronik-Wizard tätig ist) an den Tasten und vor allen Dingen den Knöpfen seines analogen Synthie-Equipments austobt. Oder soll man besser sagen "gehen lässt", denn das Highlight der Show ist heutzutage eine ungefähr 20-minütige Jam Session, bei der die Tracks "Too Young", "Zitra" und "Pešky Do Mesta" nahtlos und bewusstseinserweiternd zu einem soliden musikalischen Headtrip zusammengefügt werden. Wer braucht da noch Drogen? Am Ende der Show und zur Zugabe gibt’s dann noch die beiden LP-Titeltracks "Suprafon" und "Moon Bordeaux".

Das Ganze funktionierte auch mit - oder gerade wegen des - Kopfhörer-Setting ganz hervorragend und am Ende entschädigte diese Show dann auch etwas für die dank Corona ausgefallene Live-Saison. Wer genauer wissen möchte, wie sich das vor Ort anfühlte, dem sei noch mal die eingangs erwähnte Rockpalast-Geister-Session empfohlen, denn dort spielten Suzan & Co. weiland ein komplettes Set nach dem hier beschriebenen Ablaufplan. Wir freuen uns dennoch darauf, wenn es dann irgendwann ohne Kopfhörer weiter geht - womöglich gar mit neuem Material.

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Surfempfehlung:
suzankoecher.com
www.facebook.com/suzankoecher
twitter.com/suzankoecher
www.instagram.com/suzankoecher
www.youtube.com/watch?v=wTUWh3Y0r4c
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
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