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Lake Street Dive - Bad Self Portraits

Platte der Woche

KW 18/2014


Lake Street Dive - Bad Self Portraits
Signature Sounds/Cargo
Format: CD

Es ist ja heutzutage fast schon ein Wunder, wenn sich jemand die Mühe macht, aufwendig in Szene gesetzte Scheiben wie diese einzuspielen - die ganz ohne technischen Schnickschnack, nur mit handwerklichen Tugenden die Hochzeit klassischer, handgemachter, organischer Studiokultur heraufbeschwören. Kurz gesagt klingt das neue Album von Lake Street Dive (und das erste, das regulär physisch bei uns zu erstehen ist) wie eine Scheibe aus den späten 60s / frühen 70s, als die Kunst, das Zusammenspiel von Musikern in höchster Qualität im Studio einzufangen, in höchster Blüte stand. Stünde der Band aus dem Heartland der USA nicht mit Rachael Price eine begnadete, soulvolle Vokalistin vor - man könnte "Bad Self Portrait" ohne weiteres als verlorenes Album etwa von The Band oder Steely Dan einschätzen.

Der Umstand, dass sich Lake Street Dive von allen Trends und Moden fernhalten und sich stattdessen ganz auf die Vibes des Zusammenspiels, die Qualität des Songmaterials und die Intensität der Performance verlassen, hat sie in den USA schnell von einem Geheimtipp in die erste Liga der kleinen Major-Acts befördert. Qualität - insbesondere auch die hier vorgetragene handwerkliche - zahlt sich demnach also immer noch aus. Der charmante Retro-Faktor, dem das Ganze unterliegt, ist hier auch kein Gimmick, denn die vier Protagonisten, die allesamt am Songwriting beteiligt sind, leben ihr Programm erkennbar auch aus - natürlich auf den Bühnen dieser Welt, aber auch erkennbar auf dieser Scheibe.

In der Tat gehen die hier vermittelten Vibes weit über das hinaus, was man gemeinhin von einer Studio-Produktion eigentlich erwartet. Und noch etwas zeichnet Lake Street Dive aus: Obwohl sich die die vier Herrschaften (die im übrigen Musik für zehn machen) stilistisch nicht besonders festlegen möchten und munter zwischen Gospel, Soul, Blues, Country, Folk und R'n'B hin und her pendeln, gelang es ihnen, auf diesem Album einen kohärenten Gesamteindruck zu hinterlassen, der zeigt, dass sie zu einem eigenen Stil zusammengerauft haben.



-Ullrich Maurer-


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