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Tonträger-Review
 
Angel Olsen - Whole New Mess

Angel Olsen - Whole New Mess
Jagjaguwar/Cargo
Format: LP

Recht geheimnisvoll gab sich Angel Olsen, als es darum ging, ihr neues Album anzukündigen. Dass es sich um Angels erstes Solo-Album seit ihrem 2012er Debüt handeln solle, drang durch. Aber schon der Titel des Albums - "Whole New Mess" - und der vorab als Single veröffentlichte Titeltrack leitete im folgenden dann eher in die Irre, als zu erhellen. Denn während es sich dabei tatsächlich um einen neuen Song handelte, ist das (neben einem zweiten Track) der einzige seiner Art auf dem Album. Denn es geht um etwas anderes, als neue Songs zu präsentieren.

Nach der Veröffentlichung ihres 2016er Albums "My Woman" durchlebte Angel nämlich eine für sie schwierige Zeit, in der unter anderem ihre Beziehung zerbrach. Die Songs, die sie schrieb, um diese Zeit zu verarbeiten, bildeten dann die Grundlage für ihre nächste Scheibe "All Mirrors" - und letztlich nun auch das nun vorliegende Album. Denn wie sich nun herausstellt, nahm Angel 2018 - zu einer Zeit, in der sie noch dabei war, die Trennungsgeschichte zu verarbeiten - zusammen mit dem befreundeten Tontechniker John Harris in einer zum Studio umgebauten Kirche im Staate Washington die ersten, rauen, schonungslos offenen Versionen jener Songs auf, die im Folgenden dann (in stark veränderter Form) auf "All Mirrors" erscheinen sollten. Diese nun vorliegenden Aufnahmen stellen dabei aber weit mehr dar als bloße Demos zu "All Mirrors". Es wird vielmehr deutlich, dass es Angel wohl nicht möglich gewesen wäre, "All Mirrors" zu machen, ohne zuvor diese emotional hochintensiven, ursprünglichen Versionen der Songs eingespielt zu haben, um ihre Dämonen auf diese Weise in den Griff zu bekommen. Und wäre "Whole New Mess" vor "All Mirrors" erschienen, dann hätte letzteres weit weniger Sinn gemacht. Auf diese Weise erklärt sich der komplexe Charakter Angel Olsens und ermöglicht auch einen Einblick in die Mechanismen eines Songwritings, das aus einem innerem Bedürfnis entspringt - und nicht etwa einem Marketingplan.



-Ullrich Maurer-


Live: "Waving, Smiling"
Video: "Whole New Mess"

 
 
 

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