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Malva - Das Grell in meinem Kopf

Platte der Woche

KW 46/2022


Malva - Das Grell in meinem Kopf
Trikont/Indigo
Format: LP

Malva Scherer und Quirin Ebnet trafen sich 2018 bei einem Konzert von Jesper Munk und beschlossen bereits an diesem Abend, künftig zusammen Musik machen zu wollen. Das setzten sie im Folgenden dann auch in die Tat um und ließen sich dabei von ihrer gemeinsamen Liebe für Indie-Rock, Poesie links der Mitte und ihrem Idol Patti Smith insprieren (letzteres weniger musikalisch, sondern die Attitüde betreffend). Kurz gesagt lässt sich das ohne Weiteres aus der Musik des nun vorliegenden Debüt-Albums auch heraushören.

Quirin als autodidaktisch geprägter Musikus und Produzent und Malva als einfühlsame Texterin und (bilingual agierende) Sängerin erschufen im gemeinsamen Miteinander ein bemerkenswert schlüssiges, aber auch variantenreiches Kleinkunstwerk zwischen Musik und Poesie, auf dem aber letztlich alles passend zusammenfließt. Insbesondere musikalisch überraschen Malva dabei mit einer Vielseitigkeit, die aufhorchen lässt. Zwischen schmirgelndem Indie-Rock, zerbrechlichen Folkmomenten, angedeutetem Kunstlied, melancholischen Dream-Pop-Flair, Kaputnik-Blues, jazzigem Noir-Pop und auch Rezitation im Hörspiel-Format ist da so Einiges möglich, was Geringere in diesem Kontext gewiss übersehen hätten. Dabei kommt das Ganze mit der notwendigen Bodenhaftung eines schluffigen DIY-Sounds daher, überzeugt aber in songwriterischer Hinsicht in jeder Beziehung und auch Malvas warmer Gesang bzw. die ohne besonderes Sendungsbewusstsein rezitierten Passagen haben viel einnehmendes. Schade eigentlich, dass sich mit charakterstarker Kunst wie dieser auf breiter Basis wegen der fehlenden Gefälligkeitsnote letztlich so wenig reißen lässt. Immerhin erscheint diese Songsammlung dann aber wenigstens auch physisch - was durchaus angebracht erscheint, denn das ist alles viel zu zeitlos und gehaltvoll für einen flüchtigen, virtuellen Moment im Digiverse. Ohne Frage liefern Malva mit dieser Veröffentlichung einen DER Indie-Momente des Jahres. Jesper Munk ist jedenfalls inzwischen ein Fan des Duos.


-Ullrich Maurer-


Video: "Second Floor"
Video: "Kandierter Kummer"

 
 
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