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Die Kinder der toten Stadt - Musikdrama gegen das Vergessen

Die Kinder der toten Stadt - Musikdrama gegen das Vergessen
Lava/Soulfood
Format: CD

Wenn es zum allgemeinen Konsens zählt, dass es sich nicht ziemt, das Thema KZ politisch zu instrumentalisieren oder gar aus strategischen Erwägungen zu banalisieren, dann sollte das eigentlich auch für die Kunst gelten. Kurz gesagt: Bei dem nun vorliegenden Projekt handelt es sich um "ein Musikdrama gegen das Vergessen". Es geht um die Kinder von Theresienstadt. Theresienstadt war eine Art Vorzeige- und Durchgangs-Lager in Form eines Ghettos, durch das "ausgewählte Juden" - insbesondere auch Kinder - auf dem Weg in die Vernichtungslagern von den Nazis durchgeschleust (und en passant dem Roten Kreuz als Täuschungsmanöver präsentiert) wurden. So weit, so gut - vergessen werden darf das natürlich tatsächlich nicht. Wie man indes auf die Idee gekommen ist, das Ganze als naiv/banales Musical zu inszenieren, bei der das Thema mit Plattitüden und oberpeinlichen Knüppelreimen so dermaßen simplifiziert eingedampft wurde, dass selbst die Handy-Generation damit zu recht kommt, bleibt rätselhaft. Mag sein, dass die Gelegenheit, das Ganze musikalisch durchaus attraktiv und für Chor, Band und Solisten ansprechend zu inszenieren eine Rolle gespielt haben mag - was die Sache aber nicht besser macht. Das Ganze erinnert auf ungute Weise an die heute zu Recht vergessene Rock-Oper "Der Führer" aus den 70er Jahren, bei der das Nazi-Thema auf ähnlich blauäugige Art - weiland allerdings auf Englisch und mit ironischer Note, die damals nicht akzeptiert wurde - angegangen wurde. Es gibt halt Themen, die als Musical denkbar ungeeignet sind. Das ist so eines.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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